Mit Aufzug und Laubengang barrierearm zur Wohnungstür

Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, in den großen Wohngebieten 30 % unseres Wohnungsbestandes barrierefrei zugänglich zu machen oder barrierearmen Wohnraum mit modernen Grundrissen zu schaffen. Ein aktuelles Beispiel aus Weimar-Nord zeigt, wie dieses Ziel langfristig erreicht werden kann.

Links sieht man bereits das fertige Konstrukt, in der Mitte des Blocks kann man den finalen Zustand schon erahnen und rechts wird laut Plan bis Ende des Jahres auch der Anbau abgeschlossen sein. In der Bonhoefferstraße 9-23 wird seit Februar 2026 der 2. und 3. Bauabschnitt für jeweils einen überdachten Laubengang inklusive Aufzug durchgeführt. Mit dieser Modernisierungsmaßnahme wird es den Mietern zukünftig möglich sein, fast barrierefrei in ihre Wohnungen zu gelangen. „Anbau“ klingt relativ einfach, setzt aber eine weitgreifende Veränderung am Gebäude voraus. Für ehemals vier separate Hauseingänge wird ein Zugang geschaffen, der sowohl über eine Treppenanlage als auch eine Rampe erreichbar ist. Dahinter verbirgt sich der außenliegende Lift, der die Bewohner vom Erdgeschoss in alle vier Obergeschosse und auch in den Keller befördert. Von dort gelangt man jeweils in die bestehenden, innenliegenden Treppenhäuser. Um die Verbindung von Laubengang und Wohnblock herzustellen, musste bei den rechtsseitig angeordneten Wohnungen der Grundriss verändert werden. Aus bislang 3-Raum-Wohnungen werden infolge der Baumaßnahme 2-Raum-Wohnungen. Die Gesamtzahl der verfügbaren Wohneinheiten bleibt unverändert bei 80, allerdings verringert sich bei der Hälfte davon die Wohnfläche entsprechend.

Die meisten Mieter sind nach Ankündigung der Baumaßnahme trotz der zeitweisen lärm- und staubintensiven Arbeiten in der Wohnung geblieben, auch wenn sie zwischenzeitlich nur durch den Keller in das Gebäude gelangen können. Für die Bauzeit wurden auf der Südseite des Wohnblocks Gerüste als Rettungs- und Fluchtwege aufgestellt. Die derzeit leerstehenden Wohnungen werden nach Fertigstellung neu vermietet.

Sven Hausmann, Prokurist und Leiter der Abteilung Immobilienbewirtschaftung, ist sich sicher: „Mit dieser Maßnahme steigern wir vor allem die Wohnqualität für mobilitätseingeschränkte Personen erheblich und ermöglichen damit älteren Menschen, länger in ihrer gewohnten Umgebung und eigenständig zu bleiben. Aber auch junge Menschen wissen den Komfort eines Aufzuges inzwischen sehr zu schätzen.“ Die erste Bauphase der Hausnummern 1 bis 7 erfolgte von April 2024 bis Februar 2025. Die Erfahrungen aus dieser Zeit sind für die aktuellen Arbeiten sehr wertvoll. „Wir konnten für die verschiedenen Gewerke die gleichen Firmen wie beim 1. Bauabschnitt gewinnen. Das erleichtert die einzelnen Abläufe und Absprachen untereinander natürlich enorm“, stellt Sven Hausmann fest.

Im Zuge der Modernisierung werden auch 50 Fahrradstellplätze geschaffen, die Fassade repariert und gestrichen. Die Kosten für beide Anbauten inklusive aller weiteren Arbeiten belaufen sich auf schätzungsweise 3,5 Mio. EUR. Zusätzlich wird auf dem Dach des Wohnblocks eine Photovoltaikanlage installiert.